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Freitag, 20. Mai 2016
Darf man zur Rettung eines Hundes ungestraft eine Autoscheibe einschlagen?

Leider passiert es viel zu oft, dass Hunde im Auto zurückgelassen werden. Viele Hundebesitzer wissen oder berücksichtigen zumindest nicht, dass sich ein Auto bereits ab Temperaturen von 20 Grad – selbst an bewölkten Tagen! – auf etwa 46 Grad aufheizen kann, an heißen, sonnigen Tagen, sogar auf bis zu 70 Grad. Das Auto kann dann innerhalb nur weniger Minuten zur tödlichen Hitzefalle für das Tier werden.

Was kann man also und vor allem was darf man auch tun, wenn man einen Vierbeiner in einer solchen Notsituation vorfindet? Darf man als Passant notfalls die Autoscheibe zur Rettung des Hundes einschlagen?

Grundsätzlich ja.

Allerdings sollten dabei ein paar Punkte beachtet werden, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Denn zunächst einmal erfüllt das Einschlagen der Autoscheibe eines fremden Pkws den Straftatbestand der Sachbeschädigung (§303 StGB). Auch zivilrechtlich liegt ein Fall der unerlaubten Handlung gemäß § 823 BGB vor, der den Hilfeleistenden zur Zahlung von Schadensersatz verpflichten kann.

Eine Sachbeschädigung am Pkw ist allerdings dann gerechtfertigt, wenn ein Fall des § 34 StGB (rechtfertigender Notstand) vorliegt. Ferner kommt dem Tierretter auf zivilrechtlicher Ebene § 228 BGB zugute. Dem rücksichtlosen Hundehalter kann dagegen unter Umständen ein Strafverfahren wegen Tierquälerei nach § 17 TierSchG drohen. Dies vorausgeschickt, sollten folgende 4 Schritte für eine effektive und rechtskonforme Rettung des Hundes eingehalten werden:

1. Hundehalter ermitteln.

Befindet sich ein Hund in einer Notsituation im Auto, so sollte zuerst versucht werden, den Besitzer des Pkws so schnell wie möglich ausfindig zu machen (z.B. in nahen gelegenen Läden fragen, in Wohnhäusern klingeln oder Passanten ansprechen und um Hilfe bitten).

2. Polizei rufen.

Lässt sich der Besitzer nicht schnell ermitteln, so sollte umgehend die Polizei gerufen werden.

3. Rettungsmaßnahme durchführen.

Erlaubt es der Zustand des Hundes nicht, das Eintreffen der Polizei abzuwarten, so darf dieser nach Absenden des Notrufes selbst befreit werden. Dazu sollte zunächst geprüft werden, ob nicht eine Tür geöffnet ist, oder sich das Auto durch einen Fensterschlitz öffnen lässt. Bleibt dies erfolglos, so darf eine Autoscheibe eingeschlagen werden. Um den Schaden zu begrenzen, sollte dabei nach Möglichkeit ein Seitenfenster eingeschlagen werden.

Wichtig: Es empfiehlt sich, die Vorgehensweise des Retters zu Beweiszwecken zu dokumentieren! Dies geschieht am Besten durch die Gewinnung von Zeugen (Name und Anschrift von Passanten aufschreiben) oder die Aufnahme von Fotos oder Videos von der Situation.

4. Erste-Hilfe leisten.

Der Hund muss dann sofort aus dem Auto in den Schatten getragen und dort mit Wasser versorgt werden. Das Trinkwasser sollte dabei nicht eiskalt sein. Zusätzlich sollte der Körper des Hundes mit handwarmem oder leicht kühlem Wasser gekühlt werden. Ein anschließender Besuch beim Tierarzt ist unumgänglich, selbst, wenn sich der Zustand des Hundes aufgrund der Erste-Hilfe-Maßnahmen scheinbar verbessert hat.

Übrigens: In Österreich und der Schweiz ist die Rechtslage vergleichbar. Darum darf auch dort – zur Rettung eines Hundes aus einem überhitzten Auto – genauso vorgegangen werden wie in Deutschland.

Samstag, 24. Oktober 2015
Haftungsfragen beim Hüten fremder Hunde - Die Tierhüterhaftung

Hundehalter sehen sich immer wieder mit dem Problem konfrontiert, dass sie Ihren Liebling nicht selbst beaufsichtigen können. So gibt es viele Situationen, etwa während eines ganzen Urlaubs oder aber für ein paar Stunden, in denen der Tierhalter angewiesen ist, seinen Hund in die Obhut einer anderen Person zu geben. Vielfach übernehmen Freunde, Verwandte oder Nachbarn die Aufsicht über den fremden Hund als Freundschaftsdienst. Daneben kann der Hund auch bei professionellen Tierhütern untergebracht werden.

Private Aufsichtspersonen, aber auch professionelle Tierhüter sind sich jedoch sehr oft der Tatsache nicht bewusst, dass sie beim Hüten fremder Hunde unter Umständen ein großes Risiko eingehen. Verursacht der Hund einen Schaden, so hat der Geschädigte nicht nur einen Schadensersatzanspruch gegen den Halter des Hundes, sondern möglicherweise auch gegen den Tierhüter.

Tieraufseher
Die Tierhüterhaftung ist in § 834 BGB geregelt und besagt, dass derjenige, der sich vertraglich verpflichtet hat, die Aufsicht über das Tier eines anderen zu übernehmen, Dritten gegenüber für Schäden haftet, welche durch das Tier entstanden sind. Dabei bedeutet Übernahme der Aufsichtsführung, dass dem Tieraufseher beziehungsweise Tierhüter die selbständige allgemeine Gewalt und Aufsicht über das Tier übertragen worden ist. Dies setzt voraus, dass dem Aufsichtsführenden die tatsächliche Gewalt und Aufsicht und damit auch die Beherrschung der Tiergefahr für eine gewisse Dauer zu selbständigen Ausübung überlassen worden ist.

Übernahme der Aufsicht durch Vertrag
Voraussetzung für die Haftung des Tierhüters ist die Übernahme der Aufsicht über das Tier durch einen Vertrag, der auch mündlich geschlossen sein kann. Die vertraglich übernommene Aufsicht kann allerdings auch konkludent erfolgen, also durch schlüssiges Verhalten, wie etwa die Übergabe des Hundes in die Obhut des Nachbarn für den mehrwöchigen Urlaub. Diese Abgabe des Tieres an einen Betreuer während der Urlaubszeit stellt rechtlich gesehen einen unentgeltlichen Verwahrungsvertrag im Sinne des § 690 BGB dar. Wird der Hund beispielsweise kostenpflichtig in eine Hundeherberge beziehungsweise Hundepension zur vorübergehenden Unterbringung und Betreuung gegeben, liegt rechtlich gesehen ein entgeltlicher Verwahrungsvertrag im Sinne des § 688 BGB vor.

Keine Haftung bei Gefälligkeitsverhältnis
Eine Aufsicht über das Tier aus reiner Gefälligkeit – sog. Gefälligkeitsverhältnis ohne Rechtsbindung – fällt jedoch nicht unter die Haftung des Tieraufsehers nach § 834 BGB. Ein derartiges Gefälligkeitsverhältnis zeichnet sich etwa dadurch aus, dass die tatsächliche Aufsicht über das Tier lediglich über einen kurzen Zeitraum übernommen wird, und wird häufig unter Familienangehörigen und Freunden angenommen. In der Regel liegt danach kein Vertrag, sondern eine reine Gefälligkeit vor, wenn der Hund der Tante durch die Nichte während des Einkaufs kurz beaufsichtigt wird oder aber der Hund des Nachbarn einmal spazieren geführt wird. In diesem Fall haftet freilich der Halter des Tieres weiterhin gemäß § 833 BGB.

Letztlich sind die Grenzen zwischen Übernahme der Aufsicht durch einen Vertrag und einem reinen Gefälligkeitsverhältnis ohne Rechtsbindung fließend. Im Allgemeinen gilt jedoch: Je regelmäßiger und eigenständiger ein fremdes Tier beaufsichtigt wird, desto eher kann von einer vertraglich übernommenen Aufsicht ausgegangen werden.

Haftungsumfang
Haftet der Tierhüter im Schadensfalle, können die Folgen unvorhersehbar sein. Neben dem Tierhalter muss der Tieraufseher dem Dritten grundsätzlich den entstandenen Schaden ersetzen. Dabei können Schäden, die durch einen Hund verursacht werden, im Ergebnis schnell teuer werden, etwa im Falle eines Hundebisses. Hier muss man neben den Heilbehandlungskosten und den Kosten für Verdienstausfall möglicherweise auch noch für ein Schmerzensgeld aufkommen.

Entlastungsmöglichkeit
Grundlage der Haftung des Tieraufsehers beziehungsweise Tierhüters ist ein vermutetes Verschulden und ein vermuteter ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Verschulden des Tierhüters und dem eingetretenen Schaden. Diese Vermutung ist jedoch widerlegbar, das heißt der Tierhüter kann nachweisen, dass die Vermutung nicht zutrifft, ihn also kein Verschulden trifft.

Gemäß § 834 Satz 2 BGB ist der Tierhüter zum einen nicht verantwortlich für den eingetretenen Schaden, wenn er bei der Führung der Aufsicht über den Hund die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beachtet hat. Der Tierhüter muss also die Aufsicht derart geführt haben, wie es eine gewissenhafte und besonnene Peron getan hätte, um mögliche Gefahren durch das Tier zu vermeiden. Dabei steigen die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht, je unvorhersehbarer und unberechenbarer das Verhalten des Tieres ist.

Zum anderen entfällt die Haftung des Tieraufsehers, wenn der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden wäre.

Hüten fremder Hunde und Versicherungen
Nicht selten werden Schäden, die während der vorübergehenden Betreuung des Hundes durch eine andere Person entstehen, durch Versicherungen beglichen. Dies kann auch im Falle des Tierhüters geschehen.

In der Regel ist in der Privat-Haftpflichtversicherung die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers als nicht gewerbsmäßigen Hüter fremder Hunde mitversichert, soweit kein Versicherungsschutz über eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung besteht. Schäden an den zur Beaufsichtigung übernommenen Hunden bleiben vom Versicherungsschutz regelmäßig ausgeschlossen. Herr Müller betreut beispielsweise während des 2-wöchigen Urlaubs seines Nachbarn dessen Hund. Versehentlich lässt er sein Gartentor offen stehen. Der Hund des Nachbarn entwischt so auf die Straße, wo er einer vorbeilaufenden Passantin in den Unterschenkel beißt. Diese macht nunmehr gegenüber dem Tierhüter Herrn Müller Schmerzensgeldansprüche geltend. Die Privat-Haftpflichtversicherung des Herrn Müller übernimmt den Ausgleich der Schäden der Passantin.

Daneben erstreckt sich meist der Versicherungsschutz einer Tierhalter-Haftpflichtversicherung auch auf den nichtgewerbsmäßigen Tierhüter.

Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass es sehr sinnvoll ist, die Versicherungssituation vor dem Hüten fremder Hunde zu klären. Ehe die Aufsicht über einen fremden Hund übernommen wird, sollte jedenfalls geprüft werden, ob der Halter des Hundes über eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung verfügt, die auch Schäden begleicht, die während des vorübergehenden Hütens des Hundes durch eine anderweitige Person entstehen.

Sonntag, 4. Oktober 2015
OLG Dresden: „Führen“ eines Pferdes ist kein „Reiten“

OLG Dresden, Beschluss vom 10.09.2015, Az.: OLG 26 Ss 505/15 (Z)

Das Oberlandesgericht Dresden hat eine Frau auf Ihre Rechtsbeschwerde hin von dem Vorwurf, bei einem Ausritt im Wald auf nicht zum Reiten ausgewiesenen Wegen unterwegs gewesen zu sein, frei gesprochen.

Die Betroffene hatte bei einem Ausritt im Wald einen ausgewiesenen Reitweg verlassen und das Pferd per Zügel zu einer 50 Meter vom Reitweg entfernten Wiese geführt, um dort Rast zu machen.

Das Amtsgericht Pirna hat die Betroffene wegen „unerlaubten Reitens auf nicht zum Reiten ausgewiesenen Wegen“ zu einer Geldbuße in Höhe von 50,00 € verurteil, weil es das Führen eines Pferdes mit dem Reiten gleichsetzte. Die Betroffene sah das nicht ein und legte hiergegen erfolgreich Rechtsbeschwerde ein.

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts Dresden sei „das Führen“ eines Pferdes nicht mit dem möglichen Wortsinn des bußgeldbewährten „Reitens“ nach § 52 Abs.2 Nr.6 in Verbindung mit § 12 Abs.1 Sächsisches Waldgesetz (SächsWaldG) vereinbar. Das spezielle Willkürverbot des Grundgesetzes für die Strafgerichtsbarkeit gelte auch für Bußgeldtatbestände. Dies lasse insbesondere eine allein am Gesetzeszweck, der Gefahren für den Wald und seine Nutzer begrenzen will, orientierte Auslegung des Begriffes „Reiten“ nicht zu. Nach dem Wortsinn bestehe ein Unterschied zwischen „dem Führen“ und „dem Reiten“. Unter dem Begriff „Reiten“ werde nach allgemeiner Auffassung die Fortbewegung eines Menschen auf einem Tier verstanden. Demgegenüber werde beim „Führen“ das Tier gerade nicht zur „Fortbewegung“ genutzt.

Im Allgemeinen gilt: Gemäß § 12 Abs. 1 Sächsisches Waldgesetz (SächsWaldG) ist das Reiten im Wald nur auf dafür ausgewiesenen und gekennzeichneten Wegen gestattet. Wer entgegen § 12 Abs. 1 SächsWaldG außerhalb der für das Reiten ausgewiesenen Waldwege reitet, handelt gemäß § 52 Abs. 2 Nr. 6 SächsWaldG ordnungswidrig, wenn er vorsätzlich oder fahrlässig handelt.

Donnerstag, 10. September 2015
BVerwG: Gemeinden dürfen Pferdesteuer erheben

BVerwG, Beschluss vom 18.08.2015, Az.: BVerwG 9 BN 2.15

Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass Gemeinden auf das Halten und das entgeltliche Benutzen von Pferden für den persönlichen Lebensbedarf eine örtliche Aufwandsteuer (Pferdesteuer) erheben dürfen.

Mit seinem Beschluss wies das Leipziger Gericht eine Nichtzulassungsbeschwerde mehrerer Pferdehalter und eines Reitvereins zurück. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hatte bereits die Pferdesteuer der beklagten Stadt Bad Sooden-Allendorf für rechtmäßig gehalten und die Revision zum Bundesverwaltungsgericht nicht zugelassen.

Die hessische Stadt Bad Sooden-Allendorf erließ als erste Gemeinde in Deutschland eine Pferdesteuersatzung. Danach wird für das Halten und das entgeltliche Benutzen von Pferden für den persönlichen Lebensbedarf eine Pferdesteuer in Höhe von 200,00 € erhoben.

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerde zurückgewiesen. Das Halten und die entgeltliche Benutzung eines Pferdes gehe – vergleichbar der Hundehaltung oder dem Innehaben einer Zweitwohnung – über die Befriedigung des allgemeinen Lebensbedarfs hinaus und erfordere einen zusätzlichen Vermögensaufwand, so das Bundesverwaltungsgericht. Im Hinblick darauf, dass nur die Einkommensverwendung für den persönlichen Lebensbedarf besteuert werden dürfe, beschränke die dem Rechtsstreit zugrunde liegende Satzung den Steuergrund auf das Halten und Benutzen von Pferden „zur Freizeitgestaltung“ und nehme Pferde, die nachweislich zum Haupterwerb im Rahmen der Berufsausübung eingesetzt werden, von der Steuerpflicht aus. Für den erforderlichen örtlichen Bezug komme es nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts nicht auf den Wohnort des Pferdehalters, sondern auf die Unterbringung des Pferdes in der steuererhebenden Gemeinde an. Ob die Gemeinde über den Zweck der Einnahmeerzielung hinaus noch weitere Zwecke verfolge, insbesondere den, das besteuerte Verhalten – hier die Pferdehaltung – mittelbar zu beeinflussen, sei für die Rechtmäßigkeit der Steuererhebung unerheblich.

Mittwoch, 9. September 2015
Marktplatz-Hund.de

Ich freue mich, in Zukunft auf "Marktplatz Hund" zum Thema Recht rund ums Tier und damit auch rund um das Thema Hunderecht gefunden zu werden.

Mittwoch, 26. August 2015
Hundesteuer

Jeder Halter eines Hundes muss seinen Vierbeiner bei der zuständigen Behörde anmelden und Hundesteuer zahlen. Die Höhe der zu zahlenden Hundesteuer ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und hängt zum Teil von der Größe des Hundes ab. Daneben kann für die Frage, wie hoch die Steuer ausfällt, auch die Hunderasse und die Anzahl der Tiere, die gehalten werden, bedeutend sein. So kann für Kampfhunde bzw. gefährliche Hunde ein höherer Steuersatz gelten. Eine Befreiung von dieser Steuer wird auf Antrag in der Regel für Begleit- und Blindenführhunde gewährt. Obwohl die Hundesteuer des Öfteren als ungerecht angesehen wird, da Halter anderer Haustiere regelmäßig nicht zur Zahlung einer Steuer verpflichtet sind, ist diese zu zahlen. Die Nichtanmeldung zur Hundesteuer erfüllt den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit ist sogar der Straftatbestand der Steuerhinterziehung bzw. Steuerverkürzung gegeben.

Sonntag, 23. August 2015
Tierhalter-Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung für Tiere ist enorm wichtig. Da die normale private Haftpflichtversicherung in der Regel nur bei Schäden greift, die durch zahme Haustiere, wie zum Beispiel Vögel, Katzen oder Meerschweinchen, verursacht werden, sollte jeder Tierhalter eine Haftpflichtversicherung für sein Tier haben.

Tiere sind unsere treuen Begleiter. Das Zusammenleben mit Ihnen bereitet in erster Linie große Freude und bereichert unseren Alltag. Sie sind jedoch auch Lebewesen, die in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich und nicht immer vorhersehbar reagieren.

Das Pferd Ihrer Tochter ist durch und durch pflegeleicht? Der Hund Ihrer Familie will wie immer nur spielen? Aber was kommt auf Sie als Tierhalter zu, wenn das Temperament mit Ihrem Vierbeiner doch einmal durchgeht? Für Schäden, die sein Haustier verursacht, muss der Tierhalter verschuldensunabhängig persönlich aufkommen.

Die Tierhalterhaftung ist in § 833 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt und als sogenannte Gefährdungshaftung ausgestaltet. Danach haftet der Halter eines Tieres allein aufgrund der Gefährlichkeit seines Tieres grundsätzlich für alle Schäden, die der Vierbeiner verursacht. Eigenart dieser Gefährdungshaftung ist, dass es auf ein Verschulden des Tierhalters nicht ankommt. Allein die Tatsache, dass man ein Tier hält, begründet die Haftung für durch das Tier verursachte Schäden. So haftet ein Hundehalter also auch dann, wenn er das Tier gut erzieht und sorgsam beaufsichtigt. Für jeden von einem Hund verursachten Schaden haftet sein Halter, egal ob dieser irgendetwas falsch gemacht hat oder nicht. Gleiches gilt bei Pferden.

Diese Tierhalterhaftung kann also selbst den reichsten Tierbesitzer in den finanziellen Ruin treiben: Wie oft wird im Radio gemeldet, dass sich Tiere, insbesondere Hunde oder Pferde auf der Fahrbahn befinden. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Millionenschaden – wenn das Pferd oder der Hund etwa einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem es zu einer Massenkarambolage kommt. Dabei gilt es zu beachten, dass man persönlich nicht nur für die beschädigten Fahrzeuge, sondern insbesondere auch für Schäden der verletzten Verkehrsteilnehmer wie zum Beispiel Heilbehandlungskosten aufkommen muss. Aus diesem Grund ist gerade bei Pferden das Gefahrenpotenzial sehr hoch: Scheut das Pferd zum Beispiel und verletzt dabei einen Menschen, kann das ebenfalls unabsehbare finanzielle Folgen für den Tierhalter haben, wenn nicht sogar existenzgefährdend sein.

Aus diesem Grund ist in immer mehr Bundesländern die Tierhalter-Haftpflichtversicherung für Hunde Pflicht.

Da die Haltung eines Tieres mit finanziellen Risiken wie der Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld verbunden ist, sollte man insbesondere als Hunde- oder Pferdehalter auch ohne gesetzliche Verpflichtung eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung abschließen.

Günstige Versicherungsverträge kosten meist 60,00 € bis 90,00 € pro Jahr. Ich empfehle Ihnen die Absicherung von mindestens 3 Mio. Euro pauschal für Personen- und Sachschäden sowie 1 Mio. Euro für Vermögensschäden. Folgende Leistungen sollten mit eingeschlossen sein:

- Haftpflichtschutz bei Deckschäden durch Hunde,
- Haftpflichtschutz bei Mietsachschäden, die durch Hunde verursacht werden,
- Welpenvorsorge,
- Haftpflichtschutz bei Schäden an gemieteten Pferdeboxen,
- Haftpflichtschutz bei Flurschäden durch Pferde,
- Fohlenvorsore
- Auslandsschutz weltweit.

Mittwoch, 19. August 2015
Muss man Hundekot entfernen?

Viele Hundebesitzer sind der Meinung, sie müssten die Hinterlassenschaft Ihres Hundes nicht einsammeln. Schließlich bezahlten sie doch Hundesteuer. Dies ist jedoch nicht richtig, da mit der Hundesteuer nur das private Halten von Hunden besteuert wird. Sie ist eine öffentlich-rechtliche Abgabe ohne Anspruch auf individuelle Gegenleistung. Die Hundesteuer wird nicht für die Befreiung der Straßen und Parks vom Hundekot eingesetzt. Vielmehr fließen die Einnahmen in den allgemeinen kommunalen Haushalt.

Satzungen zahlreicher Städte und Gemeinden sehen eine Pflicht vor, den Hundekot auf Straßen sowie öffentlichen Flächen wie Liegewiesen und Kinderspielplätzen zu entfernen. Wird ein Hundehalter dabei beobachtet, wie er seinen Vierbeiner sein Geschäft ins Gras einer Grünanlage oder auf den Gehweg machen lässt, ohne dieses dann zu entfernen, kann das teuer werden. Die Bußgelder betragen oft 35,00 € bis 100,00 €. Der Halter kann sich sogar wegen umweltgefährdender Abfallbeseitigung (§ 326 StGB) strafbar machen, wenn er den Haufen etwa auf einer Liegewiese oder einem Spielplatz nicht einsammelt. Denn Hundekot kann eine Infektionsgefahr darstellen, vor allem auf Liegewiesen und Spielplätzen (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 01.03.1991, Az.: 5 Ss 300/90).

Letztendlich sollte es für einen verantwortungsvollen Hundehalter eine Selbstverständlichkeit sein, den Hundekot zu entfernen, wenn sein Hund auf der Straße sein Geschäft verrichtet.

Mittwoch, 8. Juli 2015
Pferderecht

Derzeit leben in Deutschland über eine Million Pferde. Rechtsprobleme im Zusammenhang mit Pferden sind daher oft anzutreffen. Als Rechtsanwalt, der sich auf das Pferderecht spezialisiert hat, berate und vertrete ich Sie in allen rechtlichen Fragen, mit denen Erwerber und Halter von Pferden konfrontiert sein können. Als Tierfreund und Besitzer eines Mopses gehört dem Pferderecht meine besondere Aufmerksamkeit.

Montag, 6. Juli 2015
Besonderes soziales Engagement

Ich freue mich, den Tierschutzverein Frankfurt am Main und Umgebung von 1841 e. V. zu unterstützen. Dank Mithilfe der Rechtsanwaltskanzlei Thalwitzer konnte ein neues Fahrzeug für den Tierschutzverein Frankfurt 1841 und Umgebung e. V. bereitgestellt werden.

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